Direkt aus dem Mund.

Wir haben uns mit Dani bei der letzten Etappe der Women‘s Tour in London getroffen. Dani Rowe (geborene King) ist dreifache Weltmeisterin und Olympische Goldmedaillengewinnerin in der Mannschaftsverfolgung. Wir haben Dani bei der letzten Etappe der Women‘s Tour in London getroffen und mit ihr über Bahn- und Straßenradsport sowie Eisdielen- und Café-Rennen gesprochen.

Geburtsdatum: 21. November 1990.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner kürzlichen Hochzeit! Können wir dich jetzt Frau Rowe nennen? Natürlich! Es fühlt sich immer noch ein bisschen komisch an, aber ich bin mir sicher, dass ich mich schon bald daran gewöhnen werde.

Es war eine ziemliche Party mit allem, was im Radsport Rang und Namen hat. Konntet ihr alle noch eine Ausfahrt reinquetschen? Nein!! Nach der Straßen-Weltmeisterschaft haben wir die Räder komplett links liegen gelassen und uns auf die Hochzeit konzentriert. Es war eigentlich ganz schön, sich mal eine Pause vom Radsport zu nehmen, der sonst mein Leben so beherrscht.

Wann hattest du das erste Mal Kontakt zum Radsport? Warst du schon immer an Wettkämpfen interessiert? Vor dem Radfahren bin ich viel gelaufen und geschwommen, war als Kind auch schon immer aktiv. Mein Vater hat zweimal im Biathlon an den Olympischen Winterspielen teilgenommen. Das Talentteam von British Cycling kam in meine Schule in Hamble und veranstaltete eine Reihe von Tests. Die hatte ich eigentlich nur mitgemacht, um nicht in den Matheunterricht zu müssen.

Gibt es in deiner regulären Fahrergruppe jemanden, der immer zu früh in die Sprints einsteigt? Ich bin gern mit den lokalen Fahrern aus Süd-Wales und meinem Ehemann Matt unterwegs und wir wetteifern ständig miteinander und sprinten zu irgendwelchen Schildern oder Cafés und Eisdielen.

Wer vergisst bei euch immer, nach der Kaffeepause zu bezahlen? Meistens ich, weil mein Mann für mich bezahlt. Also eigentlich ist es auch mein Geld und ich bezahle jedes Mal!

Wie hat der Olympiasieg dein Leben verändert? Auf vielfältige Weise. Ich hatte nach dem Gewinn des Olympiagoldes die tollsten Möglichkeiten – von Sponsorings bis zum Kennenlernen beeindruckender Menschen. Die Teilnahme an den Pride of Britain Awards 2016 war wirklich herausragend.

Vermisst du etwas aus deinen Bahnrad-Tagen? Ich vermisse die Rennen, weshalb ich diesen Winter auch wieder zurück auf die Bahn will. Ich bin schon sehr gespannt, denn ich werde bei der Revolution Series fahren!

 

 

 

 

 

 

Was gefällt dir an Straßenrennen? Ich mag die Lebensweise, das unterwegs sein. Ich kann zu Hause wohnen und doch die ganze Welt bereisen und so viele verschiedene Menschen kennenlernen. Außerdem glaube ich, dass ich auf der Straße noch eine Menge lerne, was mich wirklich motiviert.

Du bist das Red Hook Kriterium auf deinem Bahnrad gefahren – wie war das? Letztes Jahr war es klasse: Es war trocken und ich habe gewonnen. Dieses Jahr war es richtig verrückt! Es regnete und es gab viele Stürze. Mein größtes Ziel war, die Ziellinie im Sattel zu überqueren, was ich glücklicherweise geschafft habe.

Was sagst du als Rennfahrerin und Radsportbegeisterte: Wird über den Radrennsport der Frauen ausreichend berichtet? Es wird definitiv besser. Als ich meine ersten Rennen bestritt, waren Frauen auf Rennrädern so gut wie gar nicht im Fernsehen zu sehen. Jetzt wird schon viel mehr übertragen, aber da ist meiner Meinung nach noch viel Luft nach oben.

Deine Eltern waren in London, um dir bei der Women‘s Tour zuzusehen. Verfolgen Sie deine Radsportkarriere? Ja, ohne meine Eltern wäre ich nicht dort, wo ich heute bin. Sie waren die größte Unterstützung in meiner Karriere. Die Menschen vergessen gern die Tiefpunkte (die eigentlich öfter kommen als die großen Erfolge). Meine Eltern sind mit mir durch dick und dünn gegangen; sie reisen um die Welt zu meinen Rennen und das bedeutet mir sehr viel.

Wie hast du es geschafft, nach deinem Unfall 2014 wieder in den Sattel zu kommen? Ich hatte eine Menge Unterstützung von meinen Freunden und meiner Familie. Besonders Matt war einfach klasse. Er half mir wirklich, in meinem eigenen Tempo wieder auf das Rad zu kommen. Für den Einstieg fuhr er mich zu einer abgelegenen, ruhigen Straße und von da ging es Schritt für Schritt vorwärts.

Du bist sehr praxisnah mit deinem Fahrrad-Coaching-Geschäft roweandking.com und bekannt dafür, deine Klienten anzurufen und ihre Fortschritte persönlich mit ihnen zu besprechen! Wie kam es dazu? Wir sind insgesamt vier Firmeninhaber: ich selbst, Matt, Luke Rowe und ihr Vater, Courtney Rowe; allesamt radsportbegeistert und immer bemüht, alles aus den Menschen herauszuholen. Courtney hatte uns alle gecoacht und auch jahrelang Weltklasse-Radsportler trainiert, also dachten wir uns: Warum nicht eine Coaching-Firma gründen und so vielen Menschen wie möglich helfen, ihre eigenen Ziele zu erreichen?

Wie wäre es, wenn das Gold-Team mit dir, Jo (Rowsell-Shand) und Laura Kenny noch einmal zusammenkäme, um gegen die aktuelle Verfolgungsmannschaft von British Cycling zu fahren? Dafür müsstet ihr erst einmal Jo aus dem Ruhestand holen …

Eine letzte Frage: Wenn du nur einen Tipp an Leute geben könntest, die mit dem Radrennsport anfangen wollen, welcher wäre das? Kontaktiert euren örtlichen Radsportverein und erkundigt euch, was vor Ort verfügbar ist: Gruppentrainings, Vereinsausfahrten und örtliche Rennen.